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Rezensionen

Pflegekonzepte nach Monika Krohwinkel
Pflegekonzepte in der stationären Altenpflege erstellen: Schnell, leicht und sicher (Löser, Angela Paula )

Schlütersche Verlag, Hannover 2003, 2. Aufl., 143 Seiten, 13,90 € - ISBN 3-87706-747-6

Rezension von: Irmgard Hofmann, MA

Der Begriff "Pflegekonzept" ist nicht eindeutig definiert und kann verschiedene Dimensionen umfassen. Zum einen kann ein "Pflegekonzept" bedeuten, dass eine bestimmte Pflegetheorie (hier wären es dem Titel zufolge die Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des täglichen Lebens nach Monika Krohwinkel) dargestellt wird. Es kann auch bedeuten, dass für ein spezielles Pflegeproblem, das gehäuft auftritt, ein Konzept zum grundsätzlichen Umgang mit diesem Problem erstellt wird (z.B. Umgang mit dementen Menschen). Es kann allerdings auch sehr weit gefasst werden; dann enthält ein "Pflegekonzept" nicht nur pflegeinhaltliche Vorgaben, sondern auch sämtliche organisatorischen Rahmenbedingungen, nach denen eine Einrichtung arbeitet.

Angela Löser hat sich mit guten Gründen für die weiteste Darstellung von Pflegekonzept (hier ist allerdings kritisch anzumerken, dass der Titel in die Irre führt) entschieden: Zum Einen, weil es der MDK-Anleitung (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) zur Prüfung der Qualität nach § 80 SGB XI entspricht und damit rechtliche Rahmenbedingungen mit einbezieht. Zum Anderen aber auch deswegen, weil sie zu Recht anmerkt: "Es macht wenig Sinn, lediglich ein Pflege- und Betreuungskonzept zu erstellen und alle anderen Bereiche außen vor zu lassen. Sinnvoll ist es, das Konzept der Pflege und Betreuung mit den Konzepten der anderen Bereiche zu verknüpfen und ... die Einrichtung als Ganzes zu sehen und darzustellen." (S. 15)

Als Vorgehensweise wählt sie "eine allgemeine Einführung in die Form und inhaltliche Darstellung" eines Pflege- und Betreuungskonzeptes mit der Begründung, dass die konkrete Ausgestaltung Aufgabe der jeweiligen Einrichtung ist, denn "ein Konzept muss immer der Spiegel der jeweiligen Einrichtung und von daher individuell sein." Das ist stimmig, weil ein Pflege- und Betreuungskonzept der möglichst authentischen Selbstdarstellung einer Einrichtung nach innen und außen dienen soll.

Nach einer kurzen, prägnanten Erläuterung, warum eigentlich keine Alteneinrichtung mehr ohne Pflege- und Betreuungskonzept auskommen kann, folgen die Inhalte, die bei der Erstellung eines Pflegekonzeptes bedacht werden sollten. Jedem inhaltlichen Teilbereich wird eine kurze Erläuterung vorangestellt, was konkret gemeint ist. Anschließend werden auf den jeweiligen Teilbereich bezogene offene W-Fragen (Wer, wann, warum, wie, welche, was, wo) gestellt. Diese Fragen geben eine grundsätzliche Orientierung über die Aspekte, die jeweils zu bedenken sind und ermöglichen es damit jeder Einrichtung, ihre eigenen Antworten anhand eines konkreten Leitfadens zu entwickeln. Die Inhalte selbst haben eine hohe Spannweite (entsprechend des umfassenden Konzeptes) und decken meines Erachtens alle wichtigen Teilbereiche ab: Aufbau des Konzeptes, Einrichtungsbeschreibung, Leitbild, Pflegetheorie, Managementfragen, Kooperationen, Qualitätssicherung, Personaleinsatzplanung, Dienstplangestaltung, Bewohnerpartizipation, Angehörigenintegration, Implementierungsprozess und Organisation bzw. technische Verwaltung des Konzeptes.

Löser bietet somit einen Gesamtüberblick über die verschiedenen Elemente zur Einführung eines Pflege- und Betreuungskonzeptes an. Durch die knappe und verständliche Darstellung jeden Elementes (teilweise angereichert mit Literaturhinweisen zur inhaltlichen Vertiefung) und die handlungsleitenden Fragen ist das Buch sehr gut als Orientierung bietendes Arbeitsbuch geeignet. Dabei entbindet es die Nutzer/innen nicht vom selbstständigen Nachdenken, weil es zwar Hinweise gibt, worauf zu achten ist, aber keine Antworten vorgegeben werden.

Insofern kann die Lektüre bzw. die Erarbeitung allen empfohlen werden, die sich mit der praktischen Einführung und Umsetzung eines Pflege- und Betreuungskonzeptes in einem Alten- oder Pflegeheim beschäftigen. Nicht geeignet ist es für Personen, die nach vertiefender theoretischer Auseinandersetzung suchen oder sich auf Grund des Titels erhoffen, dass Krohwinkels Pflegetheorie der AEDL`s dargestellt und exemplifiziert wird.

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