blob1. Zukunftskongress der GenoPfleGe eG in Frankfurt

„Die Generalistik ist da und geht auch nicht wieder weg“

Warum Pflegekräfte künftig in Netzwerken denken müssen

„Fit für die Zukunft“ – Die Altenpflege von morgen fest im Griff“ – das war das Motto des 1. Zukunftskongresses Pflege, der am vergangenen Freitag in Frankfurt stattfand. Veranstaltet wurde der Kongress von der GenoPfleGe eG, Deutschlands erster Genossenschaft für Pflege und Gesundheit. Nach den einleitenden Worten von Jutta König als Vorstandsvorsitzende der GEnopflege übernahm Herr Stefan Grüttner, der hessische Sozialminister für Soziales und Integration die Begrüßung der knapp 100 Gäste. „Pflegekräfte sind einer der Hauptbedarfe der Zukunft. Mit dem Hessischen Pflegemonitor hat die Hessische Landesregierung ein wissenschaftliches Steuerungsinstrument für die Ausbildungsplanung wie auch die Analyse der Bedarfe in der Pflege aufgesetzt, so dass alle Beteiligte wichtige Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktlage und zum zukünftigen Bedarf an Pflegekräften erhalten. Hier sind wir übrigens bundesweit Vorreiter.“ Hessen setzt im Rahmen des Gesamtkonzeptes Fachkräftesicherung gemeinsam mit den Gestaltungspartnern des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes auf einen Strategiemix aus Bildung, potenzialorientierter Arbeitsmarktpolitik und Internationalisierung als Standortfaktor zur Gewinnung von Pflegekräften.“
In drei mitreißenden Vorträgen zum Für und Wider der generalistischen Ausbildung wurde die Zukunft deutlicher. Die Generalistik - „Sie ist da und geht nicht wieder weg“, resümierte Elisabeth Scharfenberg. Als gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/die Grünen hat sie den langen Weg zum Pflegeberufegesetz mitgestaltet – so recht zufrieden gestellt hat sie das Ergebnis nicht: „Glaube ich, dass die Generalistik der Altenpflege hilft?“, fragte sie in ihrem Vortrag - und gab die Antwort: „Nein“.
Die Mainzer Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Sandra Bensch erweiterte den Horizont. Es mache keinen Sinn, Pflegearbeit länger klassisch in Alten- und sonstige Pflege aufzuteilen. Es gehe vielmehr um eine gemeinsame Perspektive und Neuinterpretation der Pflege – dann verlöre auch die generalistische Ausbildung ihren Schrecken. Eine Sichtweise, die der Karlsruher Anwalt für Arzt- und Medizinrecht, Prof. Dr. Thomas Schlegel, bekräftigte: „Werden Sie als Pflegekräfte aktiv und engagieren Sie sich in Versorgungsnetzwerken.“ Kooperationen und Netzwerke seien künftig wichtig.
Zu Beginn des Kongresses hatte Stefan Grüttner, hessischer Minister für Gesundheit und Integration, den Fachkräftemangel in den Fokus gerückt. Hessens Antwort darauf ist u.a. der Hessische Pflegemonitor, mit dem alle Beteiligte wichtige Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktlage und zum zukünftigen Bedarf an Pflegekräften erhalten. Grüttner: „Hier sind wir übrigens bundesweit Vorreiter.“
Die schwierige Suche nach Fachkräften wurde im ersten Vortragsblock engagiert angestoßen: Karla Kämmer und Gerd Palm machten klar, dass Mitarbeiter gelockt werden müssen: mit guten Arbeitsbedingungen („der starre Dienstplan funktioniert nicht mehr“) und gut geführten Teams. Die jüngeren Generationen von X bis Z brauchen Beziehungen, Freiheiten und flexible Arbeitsbedingungen.
Dabei können technische Assistenzsysteme durchaus unterstützen. Das machte Prof. Dr. Dietmar Wolf von der Hochschule Hof deutlich. Aber Roboter in der Altenpflege wird es noch lange nicht geben. Die bunten Bilder von pflegenden Robotern „sind selbst in Japan mehr Werbung als Realität“, sagte Dr. Vitali Heidt, Soziologe an der Uni Duisburg-Essen. Er hospitierte in 12 japanischen Altenheimen und fand auch dort, was hierzulande gilt: menschliche Beziehungen und gute Arbeitsbedingungen.
Und da sind die Arbeitgeber gefragt, sagte Olav Sehlbach vom Branchenprüfsystem „Attraktiver Arbeitgeber Pflege“: „Sie konkurrieren nicht mit der ganzen Welt – Sie konkurrieren mit den Pflegeeinrichtungen in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Fragen Sie sich also: Worin bin ich besser als die?“
Souverän durch den Tag moderierte die Lektorin der Schlütersche Verlagsgesellschaft, Claudia Flöer.
Die Vorstandsvorsitzende der Genopflege eG, Frau Jutta König versprach, dass die Genopflege eG auch im kommenden Jahr solche hochklassige Veranstaltungen anbieten wird.

 

Weitere Informationen: www.genopflege.com

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