Apr 02, 2020 Last Updated 7:54 AM, Feb 11, 2020

Lernwelten 2019

12. - 13. September 2019, Fachhochschule Kärnten, Campus Klagenfurt &...

4-2019RSS

Prof. Dr. Ulrike Morgenstern

hpsmedia

Prof. Dr. Ulrike Morgenstern, Michél Süßmilch

Die Entwicklung der Fähigkeit zur Reflexion der Haltung bei Fachkräften im Gesundheitswesen im interprofessionellen und interkulturellen Kontext ist aktuell ein bedeutsames Ziel der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die negativen Folgen einer undifferenzierten Haltung gegenüber bestimmten Patientengruppen und anderen Berufsgruppen in der Gesundheitsversorgung erfordern eine systematische Entwicklung von interkulturellen und interprofessionellen Kompetenzen. Die qualitative Evaluation eines Workshops für Lehrkräfte zur Sensibilisierung zugunsten einer differenzierten Haltung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund in der Notaufnahme zeigte, dass Problemorientiertes Lernen und Szenisches Spiel auf der Grundlage von authentischen Fällen optimal für Reflexionsprozesse geeignet sind.

Jan Daniel Kellerer, Karoline Schermann, Daniela Deufert, Matthias Rohringer

Das Lehrkonzept HomE – House of motivational Education verbindet methodische Vielfalt mit didaktischen Überlegungen, um das Lehren in realitätsnahen Lehr-Lern-Settings für zukünftige Pädagog/inn/en erfahrbar zu machen. Dabei werden initial getrennt voneinander unterrichtete Lehrveranstaltungen inhaltlich und methodisch so aufbereitet, dass durch Rückgriff auf bereits vermittelte Modulinhalte eine reflexive Wissensaggregation erzielt werden kann. Dafür bilden die Studierenden Teams, welche Lerninhalte aufbereiten und stringente Lernsequenzen planen. Sie unterrichten ihre Kommiliton/inn/en, erhalten Feedback und können sich als Lehrpersonen reflektieren. Die Evaluierung in Form der selbsterstellten Prüfung gibt Aufschluss über ihren Erfolg hinsichtlich der vermittelten Inhalte in Relation zu den selbst definierten Lernzielen und der didaktischen Aufbereitung der Lerninhalte.

Prof. Dr. Dr. Peter Alheit, Prof. Dr. Heidrun Herzberg, Prof. Dr. Anja Walter

Der vorliegende Artikel analysiert die konkurrierenden Diskurse, die in Deutschland seit der Entscheidung für ein neues Pflegeberufegesetz (PflBG) eine zentrale Rolle spielen. Vier Diskursvarianten können dabei identifiziert werden: "Generalistik ohne Bodenhaftung", "Altenpflege als Opfer", "Wir brauchen Hilfe" und "Pflege mit Kopf und Hand". Diese Diskurse können plausibel in einem "mentalen Feld" platziert werden, das die Spannungen zwischen verschiedenen Interessen im Sektor der Pflege verständlich macht.

Julian Müllerleile, Peter Deichmüller, Prof. Dr. Thomas Prescher

Lehrkräfte in der Notfallsanitäterausbildung suchen nach Wegen, die berufliche Handlungskompetenz der SchülerInnen in den Berufsfachschulen zu entwickeln. Ein Ansatz zur Förderung der personalen und sozialen Kompetenz als Aspekte der Handlungskompetenz stellt im Beitrag der Einsatz eines Schulhundes dar. Im Beitrag wird ein Projekt zum Einsatz eines Schulhundes und eine Begleitevaluation nach dem Paradigma des praxistheoretischen Forschens im Modus einer Einzelfallanalyse dargestellt. Dabei wird eine auf die Gegebenheiten im Forschungsfeld angepasste Auswertung der erhobenen Daten in Anlehnung an die Grounded Theory gewählt. In der Umsetzung wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten insgesamt eine Vorerhebung und zwei Befragungen mittels Fragebogen in einer Klasse mit 25 SchülerInnen durchgeführt. Die Auswertung umfasst 49 Fragebögen. Im Beitrag können damit exemplarisch die Fragen, inwiefern sich das Lernklima und das Lernverhalten der SchülerInnen durch die Anwesenheit des Schulhundes verändert ...

Katharina Jeiler, Marco Noelle, Ailina Christina Claaßen, Anna Frankowsky, Prof. Dr. Claudia Oetting-Roß

Mit der Einführung des grundständigen Studiengangs B.Sc. Pflege dual im Jahr 2012 und berufsbegleitend im Jahr 2017 hat der Fachbereich Gesundheit der FH Münster ein Unterstützungsformat entwickelt, das den besonderen Herausforderungen und der Diversität dieser Studierendengruppe Rechnung trägt. Durch das Konzept der Lernprozessbegleitung werden die Studierenden in ihrem eigenständigen, selbstgesteuerten Lernprozess unterstützt und insbesondere in den Selbstlernphasen individuell durch das Studium begleitet. Der vorliegende Beitrag stellt die Entwicklung des Konzeptes sowie die Ausgestaltung der Lernprozessbegleitung vor und reflektiert diese kritisch auf Basis der Erfahrungen und Evaluationen bei der Umsetzung.

Katrin Arianta, Dr. Juliane Dieterich

Informationen über das pflegeberufliche System der Herkunftsländer ausländischer Pflegekräfte mit ihren Qualifizierungsstrukturen, Berufsauffassungen und Tätigkeitsprofilen sind rar. Sie sind jedoch wichtig, wenn transformatorische Lehr-Lernprozesse aus subjektorientierter Perspektive im Rahmen von Anerkennungsqualifizierungen gelingen sollen. In diesem Beitrag werden exemplarisch Ergebnisse einer explorativen Studie über das Pflegen lernen in Afghanistan dargestellt. Die Ergebnisse zeigen eine heterogene Qualifizierungspraxis in einer Lebens- und Pflegewelt, die gegenseitige Fremdheitsphänomene, im Rahmen des pflegeberuflichen Ankommens und Umlernens in Deutschland auslösen können. Im Interesse gegenseitiger Anerkennung sollen die identifizierten Unterschiede nicht als Defizite verstanden werden, sondern als Basis für individualisierte Pflegebildungsprozesse bzw. Schulungsangebote nutzbar werden.

Bettina Jensen, Dr. Diana Staudacher

Reflexion ist eine wertvolle Ressource, um sich über das eigene Lernen und die berufliche Identität klar zu werden. Dies gilt auch für Auszubildende „Fachfrau/Fachmann Gesundheit“, die sich meistens in der Adoleszenz befinden. Wie die Forschung zeigt, erfolgt während dieser Zeit eine grundlegende Reorganisation des Gehirns. Dabei entsteht ein Ungleichgewicht zwischen reiferen subkortikalen und unreiferen präfrontalen Hirnstrukturen. Dies kann mit adoleszenztypischem Verhalten zusammenhängen und auch die Reflexionsfähigkeit beeinflussen. Anhand ausgewählter Reflexionsmodelle und im Rückgriff auf Ergebnisse der Gehirnforschung formuliert dieser Beitrag praxisrelevante Empfehlungen, wie Berufsbildende bzw. Praxisanleitende Reflexion adoleszenzspezifisch fördern können.